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«Kongolela» war Hit des Abends

Die Brass Band Frohsinn konzertierte in der Mehrzweckhalle Laupersdorf vor vollen Rängen und bot dem Publikum einen qualitativ hoch stehenden Mix aus typischer Brass-Band-Literatur und abwechslungsreichen Unterhaltungsmelodien. Als Besonderheit wurde die afrikanische Weise «Kongolela» zusammen mit dem Zulu-Chor aus Egerkingen interpretiert.

Rudolf Schnyder

Mit dem schmissig und leicht gespielten, eher unbekannten Marsch «Land of Song» des Heilsarmee-Komponisten Norman Bearcroft eröffnete die Brass Band Frohsinn unter der Leitung von Heinz Sinniger (Winznau) das Konzertprogramm vor den voll besetzten Rängen in der Mehrzweckhalle. Martin Brunner begrüsste speziell die Ehrenmitglieder, die Veteranen, den Gemeindepräsidenten Jakob Eggenschwiler, Toni Hagmann, Veteranenobmann des Solothurnischen Blasmusikverbandes sowie diverse Vereinsdelegationen. Theres Baumann-Eggenschwiler führte mit fundierten Informationen und viel Charme durch das Programm.

«Leningrad» von Billy Joel, arrangiert von Ron Sebregts, schildert die Begegnung von zwei Menschen aus gegensätzlichen Kulturen, die dann Freunde werden. Die alte Zarenstadt St. Petersburg wurde 1924 nach dem Tode von Lenin umbenannt, trägt jedoch heute wieder den ursprünglichen Namen. Nach ruhigem, getragen gespielten Beginn, schwillt die Musik mit zunehmender Dauer berauschend an. Derek Bourgeois komponierte 1941 seiner Braut die «Serenade». Das Werk setzt sich aus ungeraden Taktarten zusammen. Die Brass Band Frohsinn meisterte dieses gewagte Stück mit den Solisten Andrea Brunner und Roland Kamber (Cornets) mit Bravour.

«Guadalajara» begeisterte Publikum

Es wurde auch eine Publikumswertung durchgeführt, in der der Hit des Abends ausgewählt werden konnte. Das aus Mexiko stammende und vom populären Pepe Guizar komponierte «Guadalajara», arrangiert von Alan Fernie, beinhaltet Herz und Seele von Mexiko, nämlich schöne Frauen, Macho-Stolz der Männer und die reizvolle Landschaft. Die Brass Band Frohsinn spielte den Hit, der in der Publikumswertung Rang zwei erreichte, rassig und temperamentvoll, eben mit dem mexikanischen Feuer. «Dance Music» von Bruce Fraser beginnt mit ausgewählten Tänzen, die an den Königshäusern in Frankreich, Italien und den Niederlanden als Paartanz in Reihen getanzt wurden, es folgen ein Menuett im Dreivierteltakt und ein kurzes Scherzo, bevor zum Abschluss ein mit voller Energie bestückter Tanzrhythmus aus dem 20. Jahrhundert erklingt. Mit dieser höfischen Musik beschloss die Brass Band den ersten Konzertteil.

«Kongolela», vom Norweger Jan Magne Förde geschrieben, besticht durch den aussergewöhnlichen, zündenden Rhythmus und bedeutet, dass Leute zusammengeführt werden. Der Zulu-Chor aus Egerkingen (eine Gesangsgruppe des Kirchenchores mit neun Frauen und zwei Männern) sang den afrikanischen Text hierzu, und Andrea Brunner brillierte mit einem fantastisch gut gespielten Cornet-Solo.

Zurecht erkor das Publikum diese wundervolle Symbiose von Brass Band und Chor zum Hit des Abends. Danach wartete der Zulu-Chor mit einer Kostprobe an afrikanischen Liedern auf, wobei Marco Schaad auf dem Bongo, sozusagen als Buschtrommel im Hintergrund, diese traumhaft ineinander verschmelzenden Stimmen des Chores begleitete. Das Publikum war begeistert und spendete frenetischen Applaus. «Sarah Tango» des Günsberger Komponisten Rudolf Wyss beinhaltete auch volkstümliche Rhythmen. Mit «If I Didn't Have You» von Randy Newman, arrangiert von Frank Eernaerts, kamen die Zuhörer in den Genuss von Filmmusik aus dem Zeichentrickfilm «Monsters».

Heinz Sinniger weiss zu begeistern

Dirigent Heinz Sinniger versteht seine Musikantinnen und Musikanten zu motivieren und zu begeistern, dies zeigte sich eindrücklich an diesem Konzertabend. Er setzt auf disziplinierte, in der Sache harte Probenarbeit einerseits und auf gesellige Kameradschaft andererseits. Musikalisch hat die Brass Band unter ihm grosse Fortschritte gemacht, was auch der 3. Rang in der Kategorie 3. Klasse Brass Band am Kantonalen Musikfest in Langendorf belegt.

Daniel Flück wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft während des Konzertes geehrt. Mit «Rock Music 1» des sehr versierten Komponisten Goff Richards schloss die Brass Band in rasantem Tempo mit einer rockigen Nummer, in der alle Register inklusive Schlagzeug nochmals gefordert wurden, das abwechslungsreiche Konzertprogramm ab. Es folgten als Zugaben der Marsch «Frühlingsgruss», komponiert vom Herbetswiler Leo Uebelhart, und nochmals «Kongolela» zusammen mit dem Zulu-Chor.

Pressebericht, erschienen am 26.04.2005 im Oltner Tagblatt und in der Solothurner Zeitung. Den Originalbericht gibt es hier zum Download.

(26.04.2005, sfl)