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«Ticket to Ride» war der Hit des Abends
Für einmal konzertierte die Brass Band Frohsinn im mit Publikum mehr als voll besetzten schottischen Pub Loch Ness und bot ein qualitativ hoch stehendes und vom Dirigenten Heinz Sinniger ausgezeichnet ausgesuchtes Programm mit englischen und irischen Märschen, einem Blues, einem B-Tuba-Solo, Beatles-Songs und Rock-Sound. Als Special Guest trat passend zum Interieur des Pubs eine Kleinformation der Swiss Midland Pipe Band auf.
Rudolf Schnyder
Mit der mächtig und fulminant klingenden Olympia-Fanfare von Los Angeles 1984, der «Olympic Fanfare and Theme» von John Williams eröffnete die Brass Band Frohsinn unter der Leitung von Heinz Sinniger (Winznau) das Konzertprogramm im mit Publikum proppenvollen Pub Loch Ness in Laupersdorf.
Passend zum Konzertlokal im schottischen Stil waren alle Musikantinnen und Musikanten mit rotem, langem Perückenhaar und kariertem Schottenberet ausstaffiert. Heinz Sinniger dirigierte das Konzert mit vorwiegend unterhaltenden Melodien im Schottenkilt.
Martin Brunner begrüsste speziell die Ehrenmitglieder, Veteranen, Gönner und Vereinsdelegationen und dankte Ruedi Eggenschwiler und Manfred Glatzfelder für das Gastrecht im «Loch Ness». Theres Baumann-Eggenschwiler und Jasmin Dietschi führten mit fundierten Informationen zu den einzelnen Kompositionen und mit spontanen Live-Interviews durch das Programm. Die Brass Band Frohsinn entschied sich für das Pub Loch Ness als Konzertlokal, weil in Laupersdorf die Mehrzweckhalle im März abgebrochen wurde. Übrigens entpuppte sich das «Loch Ness» als ein Konzertlokal mit einer hervorragenden Akustik.
«The Teddy Bears Picnic»Mit «The British Grenadiers», arrangiert von Gordon Langford, wurde der patriotische Geist der Engländer aufgezeigt, geht es doch in dieser Komposition um den Vorbeimarsch von königlichen Paradetruppen, einem ganzen Regiment. Ruhig, getragen, mit feinen Passagen, teils jedoch auch voluminös, erklang «Highland Cathedral» von Michael Korb und Ulrich Roever, arrangiert von Andrew Duncan. Das Stück vermittelt Impressionen der Landschaft vom Hochland in Schottland mit den vielen Seen, wo einer «Loch Ness» - eben wie das Pub in Laupersdorf - heisst. Der B-Bass ist das grösste Instrument einer Brass Band. Silvan Schaad (B-Tuba) spielte sich mit seinem Solo «The Teddy Bears Picnic» von John Bratton, arrangiert von Stephen Roberts, am Solothurnischen Blasmusikpreis in Deitingen im September 2005 in die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer und wurde von den Experten für seine Virtuosität mit dem zweiten Rang belohnt. Auch das Publikum im «Loch Ness» konnte nun live miterleben, wie variantenreich und vor allem wie tief man mit einem B-Bass spielen kann.
Im Mittelteil des Konzertes begeisterte die Brass Band Frohsinn mit den schmissig und rassig gespielten faszinierenden Märschen «BE & CF» von James Ord Hume aus England und «Kilkenny» von Julien Roh. Das nach einer irischen Stadt benannte rotbraune Bier «Kilkenny» wird auch im Pub Loch Ness ausgeschenkt. Dazwischen bot eine dreiköpfige Kleinformation der Swiss Midland Pipe Band aus Zofingen echte, begeisternde schottische Dudelsackmusik.
Blues, Beatles-Songs und RockMit «Basin Street Blues» von Spencer Williams, arrangiert von Alan Fernie, wagte die Brass Band Frohsinn einen Abstecher zur Musik der Schwarzen in New Orleans, und dieser gelang vorzüglich. Der erst zwölfjährige Adrian Stettler gab überzeugend und selbstsicher sein Debüt als Drummer bei einem Konzertauftritt. Danach intonierten die «Frohsinn»-Musikantinnen und -Musikanten die Beatles-Songs «Lady Madonna» (arrangiert von Barry Forgte), mit ganz schwierig zu spielenden, eigenwilligen Sequenzen und «Ticket to Ride», die Komposition der schnaubenden Dampflokomotive (arrangiert von Alan Fernie), die vom Publikum als Nummer-eins-Hit des Abends ausgewählt wurde.
Erstmals in der Formation der Brass Band Frohsinn spielten Robin Villanpara (Euphonium), Marion Koch (Es-Horn) und Adrian Stettler (Set, Percussion, Schlagzeug) mit. Marianne Kamber-Brunner wurde für 23 Jahre Mitgliedschaft in der «Frohsinn» geehrt.
Dirigent Heinz Sinniger versteht es, seine Musikantinnen und Musikanten zu motivieren und zu begeistern, dies zeigte sich eindrücklich an diesem abwechslungsreichen Konzertabend: in einem besonderen, aussergewöhnlichen Ambiente. Er setzt auf disziplinierte, in der Sache unerbittlich harte Probenarbeit einerseits und auf gesellige Kameradschaft andererseits.
Musikalisch hat die Brass Band Frohsinn unter seiner Führung grosse Fortschritte gemacht, was auch der 1. Rang in der Kategorie C am Solothurner Blasmusikpreis in Deitingen belegt. Heuer wollen die Musikantinnen und Musikanten am 25. November erstmals am Schweizerischen Brass-Band-Wettbewerb in Montreux teilnehmen.
Mit «Gimme Some Lovin» von Winwood/Davis, arrangiert von Gilbert Tinner, schloss die Brass Band mit einer rockigen Nummer das auf das Ambiente des Konzertlokals abgestimmte Konzertprogramm ab. Es folgte als Zugabe der Nummer-zwei-Hit der englischen Hitparade 1973 «The Florale Dance».
Den Original-Zeitungsbericht gibt es hier zum Download.
(29.04.2006, sfl)