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Musikgenuss allererster Güte

Zur 37. Auflage des Musikwettbewerbes in Laupersdorf kamen so viele Zuhörerinnen und Zuhörer wie noch nie in den Pfarreisaal des Gemeindezentrums Laupersdorf. Miklos Veszpremi (Basel), Klavier, in der Kategorie bis 14 Jahre und Alexander Kuznetsov (Winterthur), Violine, in der Kategorie ab 15 Jahren, heissen die Sieger. Michael Imhof (Balsthal), Euphonium, war der beste Interpret auf einem Blasinstrument.

Rudolf Schnyder

Mit dem traditionellen und von der Form her schweizweit einzigartigen Musikwettbewerb in Laupersdorf will die Organisation unter dem Präsidium von Peter Dietschi und der musikalischen Leitung von Andreas Kamber jungen, ambitionierten Musiktalenten eine Plattform bieten, die Sprungbrett und Vergleich sein kann. Das Ehrenpatronat des Wettbewerbes hat der solothurnische Bildungs- und Kulturdirektor Klaus Fischer inne. Auch für den diesjährigen Wettbewerb haben sich talentierte, junge Talente seriös, engagiert und lustvoll vorbereitet. Sie sind oft von weither zusammen mit ihren Angehörigen ins Thal angereist. Es ist eine Freude zuzusehen, wie in der Schweiz vor allem dank der sehr guten Ausbildung in den Musikschulen hoch talentierte, junge Musikerinnen und Musiker heranreifen.

Miklos Veszpremi in Alterskategorie 1

Dieses Jahr konnte die sechsköpfige Jury 18 Vorträge in der Alterskategorie 1 und 19 Vorträge in der Alterskategorie 2 beurteilen. Es fiel auf, dass die mehrheitlich neu besetzte Jury, die aus Musikgrössen aus der ganzen Schweiz bestand, strenger bewertete als in den Vorjahren, obwohl die Vorträge keineswegs schlechter waren. Je die sechs Besten der beiden Alterskategorien der nachmittäglichen Qualifikation waren beim abendlichen Finale, wo für alle alles wieder bei Null begann, dabei. Die rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer im zum Teil mehr als voll besetzten Pfarreisaal kamen zu einem Musikgenuss allererster Güte. Im Final haben alle sechs Expertinnen und Experten die Vorträge bewertet, sodass das Urteil breit abgestützt ist.

In der Alterskategorie 1 (bis 14 Jahre) siegte Miklos Veszpremi aus Basel, Klavier, mit 73,00 von 80 möglichen Punkten und dem Vortrag «Sonate c-Moll op. 10., 1. Satz» von Ludwig van Beethoven. Das zweite Preisgeld gewann Dominik Lucic (Belp), Klavier, mit 72,50 Punkten und dem Vortrag «Ecossaisen» von Ludwig van Beethoven. Das Geschwisterpaar Aline und Jeanine Arn aus dem solothurnischen Subingen, Violine und Klavier, klassierte sich mit 71,50 Punkten und der «Sonate B-Dur KV 317 D» von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem dritten Rang. Die weiteren Finalisten waren Thomas Dervos (Hausen), Violoncello, 70,50 Punkte, Bettina Setz (Veltheim), Violoncello, 67,00 Punkte, und Janina Schülin (Basel), Klavier, 64,50 Punkte.

Pokal an Alexander Kuznetsov

In der Alterskategorie 2 (ab 15 Jahren) siegte dieses Jahr Alexander Kuznetsov (Winterthur), Violine, mit 73,50 Punkten und den Vorträgen «Adagio g-Moll» von Johann Sebastian Bach und «Capriccio Nr. 23» von Nicolo Paganini. Auf Rang zwei klassierten sich mit 69,00 Punkten gleich zwei Vorträge. Erfreulicherweise schaffte es wieder einmal ein Thaler, am Musikwettbewerb Laupersdorf einen Spitzenrang zu ergattern. Michael Imhof (Balsthal) erreichte auf dem Euphonium mit «Grandfather's Clock» von George Doughty diesen zweiten Podestplatz. Denise Eigenmann und Rahel Rufer (Bätterkinden), Klavier und Violoncello, kamen mit Variationen über ein Thema aus «Judas Maccabaeus» von Händel auf dieselbe Punktzahl. Die weiteren Finalplätze erreichten Jérémie Jolo (Biel), Klarinette, Li Min ( Lugano), Waldhorn (beide 68,00 Punkte), sowie Rahel Roth (Bubendorf), Violoncello, 66,00 Punkte.

Den Wanderpokal durfte Alexander Kuznetsov (Winterthur) aus den Händen von OK-Präsident Peter Dietschi für ein Jahr in Obhut nehmen, da er mit dem minimalen Vorsprung von fünf Zehntelspunkten die höchste Punktzahl des Tages totalisiert hatte.

Balsthaler ist bester Bläser

Dieses Jahr wurde am Musikwettbewerb in Laupersdorf erstmals im Auftrag des Solothurner Blasmusikverbandes (SOBV) die Qualifikation für den Prix Pfister in Buchs AG durchgeführt. Der Prix Pfister ist ein Engagement von Möbel Pfister, Suhr, im Blasmusikwesen. Der Präsident des SOBV, Ueli Nuss-baumer (Mümliswil-Ramiswil), war in Laupersdorf persönlich anwesend und verfolgte vor Ort die Wettspiele. Michael Imhof (Balsthal), Euphonium, war in Laupersdorf der beste Interpret auf einem Blasinstrument und wird nun dem SOBV als Kandidat für den Prix Pfister gemeldet.

Alljährlich vergibt der Kanton Solothurn sieben Werkjahrbeiträge an begabte, junge Kulturschaffende aller Kunstrichtungen. Vier Anwärter auf einen Werkjahrbeitrag im Bereich Musik erhielten die Gelegenheit, sich anlässlich des Musikwettbewerbes in Laupersdorf den Mitgliedern der Fachkommission Musik des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung und weiteren Besuchern mit einem musikalischen Beitrag zu präsentieren. Heuer durfte Arnold Santschi, der Präsident der Fachkommission Musik, Cyrill Sandoz, Trompete, Felix Heri, Klarinette, Demetre Gamsachurdia, Klavier, und Matthias Dinkel, Schlagzeug, als Kandidaten für den Werkjahrbeitrag 2007 vorstellen. Im Anschluss fällten die Mitglieder des Kuratoriums den Entscheid, und sie stellen nun an den Regierungsrat einen entsprechenden Antrag.

Am 11. November gehts weiter

Der Musikwettbewerb für Tambouren findet am kommenden Samstag, 11. November, statt. Nachmittags sind im Pfarreisaal (Gemeindezentrum) und im «Loch Ness» das Einzelwettspiel und ab 18.45 Uhr im Pfarreisaal die Gruppenwettspiele zu sehen und zu hören.

Alle Infos unter www.musikwettbewerb.ch

Den Original-Zeitungsbericht gibt es hier zum Download.

(09.11.2006, sfl)