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«Tijuana Taxi» war der Hit des Abends

In der neuen und mit Publikum voll besetzten Mehrzweckhalle Kreuzacker in Laupersdorf bot die Brass Band Frohsinn ein musikalisch hoch stehendes, auch unterhaltendes und vom Dirigenten Heinz Sinniger (Winznau) ausgezeichnet zusammengestelltes Konzertprogramm. Sonderklasse und brillant war auch der Gastauftritt des Tambourenvereins Laupersdorf-Thal, des amtierenden Schweizer Meisters im Trommeln.

RUDOLF SCHNYDER

Mit dem berühmten, fulminant gespielten Marsch «Punchinello» von William Rimmer eröffnete die Brass Band Frohsinn das Konzertprogramm. Martin Brunner begrüsste speziell Anton Hagmann vom Solothurnischen Blasmusikverband, Monika Bloch, Jugend Brass Band Solothurn, die Ehrenmitglieder, Veteranen, Gönner, Sponsoren und die zahlreichen Vereinsdelegationen. Jasmin Dietschi führte mit fundierten Informationen zu den einzelnen Kompositionen und mit viel Charme und Herzlichkeit durch das Programm, wobei sie zwischendurch sogar ihre Kleidung dem Musikstück anpasste.

Das Berner Volkslied «S’isch äbe ne Mönsch uf Ärde», arrangiert von Thomas Ruedi, wurde von den «Frohsinn»-Musikantinnen und -Musikanten sehr melancholisch, dem Charakter des Stückes entsprechend, interpretiert. Es kam vor allem beim älteren Publikum auch etwas Nostalgie auf. Bei der einschlägigen, bekannten Melodie «Tête à Tête» von Roy Newsome spielten die Solisten Andrea Brunner und Stefan Fluri souverän und vom Tonansatz her sehr rein ein Zwiegespräch zwischen einem Cornet und einem Euphonium. Vor einer Kinoleinwand, Tom Cruise vor Augen, wähnte man sich bei der Filmmusik «Mission Impossible» von Lalo Schifrin, arrangiert von Alan Fernie.

Höhepunkt des ersten Konzertteils war «Pompeji» des Schweizer Komponisten Mario Bürki, das Aufgabenstück für das Eidgenössische Musikfest 2006. Im Jahre 79 brach der Vulkan Vesuv aus, überdeckte die ganze Stadt Pompeji mit einer bis zu fünf Meter hohen Lavaschicht und löschte alles Leben in der Stadt aus. Beim genauen Hinhören konnte man die Geschehnisse wie Morgenstimmung in der Stadt, Explosion, Ausbruch des Vulkans, den Lavastrom, das Schreien der Leute, mit der Musik sehr gut nachvollziehen.

Präzise und vielfältig

Spielte im letzten Jahr der britische Cornetist Nick Payne als Gastsolist zusammen mit der Brass Band Frohsinn, so kamen die Gäste dieses Jahr aus Laupersdorf. Der Tambourenverein Laupersdorf-Thal, der mit bis zu 50 Aktiven auf der Bühne stand, ist amtierender Schweizer Meister im Trommeln. Mit dem «Fulenbacher Marsch», zusammen mit einer Tambourengruppe intoniert, eröffnete die Brass Band Frohsinn den zweiten Konzertteil. Die Tambouren faszinierten bei ihrem Showauftritt das Publikum mit Präzision, Schlagtechnik und Vielfalt.

Zuerst intonierten die Jungtambouren unter der Leitung des Altmeisters Jakob Otter die «Fantasie moderne». Die Aktiven standen unter der Leitung von Daniel Müller und verblüfften das Publikum zwischendurch mit zwei Stücken, die ohne Trommeln bewältigt wurden. So kamen bei einer Komposition nur der Mund, die Hände und die Füsse mit Klatschen, Patschen und Zischlauten zum Einsatz. Bei einem anderen Stück standen Schlaghämmer aus Plastik, Helme und Bongos im Vordergrund. Wahre Beifallsstürme des begeisterten Publikums waren der Lohn für den vielfältigen Showauftritt.

Volle Cornet-Power

Beim fetzigen Stück «Tijuana Taxi» von Herb Alpert, arrangiert von Sandy Smith, einer Symbiose zwischen Jazz und Funk, präsentierte sich dem Publikum exklusiv das gesamte Cornet-Register, das bei der Brass Band Frohsinn aus je fünf Frauen und Männern besteht. Nicht nur bei den Mitgliedern des Cornet-Registers ist dieses Stück beliebt, auch das Publikum forderte frenetisch eine Zugabe. «Get Happy» von Harold Arlen, arrangiert von Mark Bentham, einst ein grosser Hit, war das musikalische Geschenk des Briten Nick Payne, der persönlich im Publikum sass, und er war von der Interpretation begeistert. Echt heimatliche Gefühle vermittelte das auch zur Jahreszeit Frühling passende bekannte Volkslied «s Guggerzytli» von Paul Weber, arrangiert von Derek Broadbent. Zum Abschluss des offiziellen Programms spielte die Brass Band Frohsinn den «St.-Louis-Blues-Marsch» von William C. Handy, arrangiert von Franz David.

Heinz Sinniger versteht es, seine Musikantinnen und Musikanten auch nach einem harten Arbeitstag in den Proben zu motivieren und zu begeistern. Er setzt auf disziplinierte, in der Sache unerbittlich harte Probenarbeit einerseits und auf gesellige Kameradschaft andererseits. Als Zugaben spielte die Brass Band «Dr Schacher Sepp», den Schweizer Hit des Jahres 2007, und die eigentliche Hymne der Solothurner, den «Solothurner Marsch» des Fulenbacher Komponisten Stefan Jäggi, unterstützt durch Trommelwirbel der Tambouren Stefan Saner und Daniel Müller.

Den Original-Zeitungsbericht gibt es hier zum Download.

(28.04.2008, sfl)